24. August 2026

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China baut einen neuen Unterseetunnel – und er ist schockierend

 

China baut den Jintang-Unterseetunnel, ein Megaprojekt, das Ingenieure und Beobachter weltweit in Erstaunen versetzt. Der Tunnel erstreckt sich über 16 Kilometer, wovon mehr als 11 Kilometer direkt unter dem Meeresboden verlaufen. Er wird Hochgeschwindigkeitszüge mit 250 km/h befördern und liegt dabei 78 Meter unter der Meeresoberfläche – etwa so tief wie ein 25-stöckiges Gebäude hoch ist. Nach seiner Eröffnung im Jahr 2028 wird er alle bisherigen Rekorde im Unterwasserbahnbau brechen und die Reisezeit zwischen der chinesischen Stadt Ningbo und der Inselgruppe Zhoushan von über einer Stunde auf nur 30 Minuten verkürzen. Der Tunnel löst ein langjähriges Problem: Zhoushan war bisher nicht an das Schienennetz angeschlossen, und Fähren und Brücken waren zu langsam und ineffizient für den Transport von Millionen von Menschen und Tonnen von Fracht.

Um sich durch 28 verschiedene geologische Zonen zu graben, die von festem Granit bis zu weichem Ton reichen, setzte China zwei riesige Tunnelbohrmaschinen namens Dinghai und Yongzhou ein. Jede der beiden Tunnelbohrmaschinen ist etwa 150 Meter lang, wiegt rund 4.000 Tonnen und verfügt über einen fast 15 Meter breiten Bohrkopf. Die beiden Maschinen starteten von gegenüberliegenden Seiten – Yongzhou von der Festlandinsel Ningbo und Dinghai von der Insel Zhoushan – und mussten sich tief unter der Erde mit außerordentlicher Präzision treffen. Mithilfe von sechs BeiDou-Navigationssatelliten, die direkt mit den automatischen Navigationssystemen der Maschinen verbunden waren, erreichten chinesische Ingenieure auf der gesamten elf Kilometer langen Unterwasserstrecke einen Ausrichtungsfehler von weniger als zwei Zentimetern. Sobald die Maschinen aufeinandertreffen, können sie nicht mehr entfernt werden. Stattdessen wenden die Ingenieure ein Verfahren namens „Hüllenabwurf“ an, bei dem die wiederverwendbaren internen Komponenten demontiert werden, während die äußere Stahlverkleidung dauerhaft Teil der Tunnelkonstruktion bleibt. Experten sehen im Jintang-Tunnel nicht nur eine Verbindung zweier Städte, sondern auch einen Machbarkeitsnachweis für ein noch ehrgeizigeres Projekt: einen potenziellen Tunnel durch die Taiwanstraße. Mit einer Breite von 130 Kilometern wäre dieser etwa achtmal so lang und der ambitionierteste Tunnelbauversuch aller Zeiten. China hat den Unterwasserabschnitt der Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke bereits 2018 fertiggestellt, und das Jintang-Projekt demonstriert darüber hinaus die wachsende Kompetenz des Landes im Bereich der Unterwassertechnik in einem Ausmaß, das die Möglichkeiten der Infrastruktur weltweit neu definieren könnte.