24. August 2026

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Medien- und Radioteam

Was ein Taucher 1911 im Bodensee fand — Warum niemand Zurückkam

 

Im Frühjahr 1911 wird ein Helmtaucher namens Anton Ferner vor der steilen Uferböschung
unterhalb von Sipplingen in den Überlinger See hinabgelassen. Er soll die Kette eines
gesunkenen Lastkahns bergen. Was er in siebenundzwanzig Metern Tiefe findet, ist kein
Steinhaufen: zwei Reihen behauener Blöcke, die sich an einer rechtwinkligen Ecke treffen —
auf einem Hang, der Tausende Jahre vor den ersten Pfahlbauern trockenes Land war.

Zwei Aufzeichnungen beschreiben dieselbe Mauer, ohne je voneinander gewusst zu haben:
das Bleistiftnotizbuch eines badischen Landesgeologen und ein Spruch, den die Fischer
von Sipplingen und Bodman seit Generationen weitergaben — „die Mauer im Tiefen“. Der
eine misst die Ecke auf neunundachtzig Komma fünf Grad. Der andere kennt die Stelle,
an der das Netz an etwas Geradem zerriss, lange bevor 1911 ein Taucher hinabstieg.

Dann verstummt das Protokoll. Drei Arbeitstage fehlen, eine Akte ist „nicht auffindbar“,
eine Grabungssaison wird nie bewilligt, ein faustgroßer Block verschwindet auf dem Postweg
nach Freiburg. Diese Dokumentation legt beide Aufzeichnungen nebeneinander — den Bericht
und die Überlieferung — und lässt die Frage offen, die weder Notizbuch noch Netzschuppen
je beantwortet hat.

Wer, glauben Sie, waren die, die vor dem Ersten kamen? Schreiben Sie es in die Kommentare.

Diese Dokumentation stützt sich auf historische Aufzeichnungen, archäologische Forschung
und lokale mündliche Überlieferung. Sie stellt belegte Befunde neben Fragen, die bis heute
offen sind. Wo sich die Darstellungen unterscheiden, werden beide gezeigt. Nichts davon
wird als abschließendes Ergebnis behauptet.