Im Frühjahr 1903 trieb eine Mannschaft oberhalb von Goppenstein im Wallis einen Probeschacht auf Blei und Zink nieder. Zwölf Meter unter unberührtem Hangschutt stand sie auf einer ebenen Fläche: passgenaue, glatt geschliffene Steinplatten, ohne Mörtel. Kein Mauerfundament, keine Pfostenlöcher, keine Feuerstelle, kein Werkzeugabfall. Ein Boden, der zu keinem Haus gehörte.
Die eine Beweislinie ist Papier. Schichtmeister Anton Rieder schrieb noch am selben Tag ein Fundprotokoll, die Geologische Kommission ließ im Juni vier Platten herausheben. Am 2. Oktober 1903 verließ eine Kiste mit 84 Kilogramm Brig in Richtung Zürich. Der Frachtbrief ist erhalten — eine Ankunftsnotiz nicht. Und im Schichtbuch fehlt der Juni: an der Falz herausgeschnitten, der Einband intakt.
Die zweite Linie wurde nie abgelegt. Sie blieb im Tal, in denselben Familien — eine handgroße Ecke in einer Holzkiste, unter einer Bank. Dagegen steht die Erklärung der Skeptiker, und sie ist stark: Das Wallis ist Gletscherland, vom Eis polierter Fels unter Geröll ist dort das Erwartbare. Beweisen lässt sich beides nicht. Die Platten sind fort.
Die Männer, die 1903 darauf standen, sagten nur einen Satz — und nahmen ihn nie zurück: Jemand war vor ihnen hier. Wen meinten sie?
