Am 14. September 1937 ging ein Helmtaucher an der Falkensteiner Wand über die Bordwand,
um eine gesunkene Plätte zu suchen. Er fand das Boot in 26 Metern Tiefe. Dreißig Meter
südlich davon fand er etwas anderes: eine in die Felswand gehauene Treppe, die in einem
gleichmäßigen Winkel in Wasser hinabführt, dessen Grund seine Lampe nicht erreichte.
Er zählte vierzehn Stufen. Jede Setzstufe 21 Zentimeter, jede Trittstufe 36 Zentimeter,
zwei getrennt eingereichte Messreihen, die bis auf fünf Millimeter übereinstimmen.
Vier Tage später wurde die Vermessung ohne Angabe eines Grundes abgebrochen. Das Bezirksamt
sperrte den Gewässerabschnitt unter Berufung auf das Reichsnaturschutzgesetz von 1935 —
wegen Steinschlaggefahr. Im Tagebuch der Bootsstation St. Bartholomä sind fünf Tage im
Voraus liniert und datiert und daneben steht nichts. Der Geologe, der ein Einzeilen-Gutachten
unterschrieb, hat über die Kalkalpen nie wieder etwas veröffentlicht. Zwei Archivanfragen,
2009 und 2011, kamen negativ zurück.
Daneben steht eine zweite, ganz unabhängige Linie: die Bootsleutefamilien von Schönau.
Ein Dorflehrer schrieb ihre Berichte zwischen 1924 und 1931 nieder — Jahre bevor irgendein
Taucher in dieses Wasser ging. Vier Haushalte, dieselbe Aussage über dieselbe Wand. Und in
zwei weiteren Alpenseen, 1912 am Hallstätter See und 1953 am Urnersee, wurde dasselbe
gestufte Profil aufgenommen, mit einer Stufenhöhe, die um weniger als einen Zentimeter
auseinanderliegt.
