Die meisten denken bei Steuern vor allem an die Steuer selbst – doch ein Punkt wird schnell übersehen und kann trotzdem richtig ins Geld gehen: die Zinsen, die das Finanzamt berechnet. Genau die sollen sich ab 2027 verdoppeln. Wer größere Nachzahlungen über lange Zeiträume offen hat, zahlt dann spürbar drauf.
Im Zentrum steht die Vollverzinsung nach § 233a der Abgabenordnung, die in beide Richtungen läuft: Wer dem Finanzamt Geld schuldet, zahlt Nachzahlungszinsen, wer Geld zurückbekommt, erhält Erstattungszinsen. Der Satz liegt aktuell bei 0,15 Prozent pro Monat, also 1,8 Prozent im Jahr, und soll ab dem 1. Januar 2027 auf 0,3 Prozent pro Monat steigen – also 3,6 Prozent im Jahr. Geregelt wird das im Jahressteuergesetz 2026. Das Kabinett hat den Entwurf beschlossen, Bundestag und Bundesrat müssen aber noch zustimmen.
Das Video richtet sich an alle Steuerzahler, besonders an Selbstständige, Unternehmer mit anstehender Betriebsprüfung und alle, deren Steuerbescheid sich lange hinzieht. Entscheidend ist die zinsfreie Karenzzeit von in der Regel 15 Monaten nach Ablauf des Steuerjahres: Für 2025 beginnt der Zinslauf erst am 1. April 2027. Wer zügig abgibt und den Bescheid in dieser Zeit erhält, ist von den Zinsen gar nicht betroffen. Teuer wird es vor allem bei späten Festsetzungen – bei 10.000 Euro Nachzahlung und zwei Jahren Zinslauf sind es künftig rund 720 statt 360 Euro.
Das lernst du im Video:
Verstehen, wie die Vollverzinsung nach § 233a in beide Richtungen funktioniert
Einordnen, warum sich der Zinssatz ab 2027 von 1,8 auf 3,6 Prozent verdoppelt
Erkennen, warum die Karenzzeit von 15 Monaten entscheidet, ob überhaupt Zinsen anfallen
Berechnen, wie stark sich der neue Satz bei einer Nachzahlung von 10.000 Euro auswirkt
Beachten, warum Nachzahlungszinsen nicht absetzbar, Erstattungszinsen aber steuerpflichtig sind
Nutzen, wie freiwillige Vorauszahlungen den Zinslauf stoppen können
Vermeiden, durch späte Abgabe unnötig in die Zinsfalle zu geraten
Mitnehmen, warum eine frühzeitige und vollständige Abgabe der beste Schutz ist
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Achtung: Finanzamt will Zinsen JETZT verdoppeln!
