24. August 2026

allianz-erde.org

Medien- und Radioteam

Heilendes Wasser, Verschlossene Tore. Deutschlands Vergessene QUELLEN.

 

Ein Bagger, ein abgelaufenes Wasserrecht, und eine dreihundert Meter tiefe Quelle, die einfach verschwindet – Offenbach, zweitausendneun. Als ich sah, dass dieses Recht exakt Ende zweitausenddrei ausläuft und danach niemand mehr einen Antrag stellt, wurde mir klar: Hier wurde kein Kurbad aufgegeben, hier wurde ein Zugang stillgelegt. Von einer Berliner Heilquelle, die noch achtzehnhundertdreiundachtzig dreißig Kubikmeter täglich lieferte, bis zur Bronzezeit-Fassung im Engadiner Museumskeller – deutsche Heilquellen verschwinden im neunzehnten Jahrhundert reihenweise unter Beton, immer mit derselben harmlosen Begründung. Bleib bis zum Schluss, denn am Ende steht ein einziges Wort, das diese Geschichte erst möglich gemacht hat.
Was mich am meisten wurmt: Die Belege zu dieser Geschichte liegen verstreut in Stadtarchiven, Denkmaldatenbanken und vergessenen Fachaufsätzen, nirgendwo an einem Ort versammelt – das habe ich für dieses Video zusammengetragen:
Denkmaldatenbank Berlin, Objekt Luisenbad
Andreas Sigismund Marggraf, Wasseranalyse von 1751
James Hobrecht, Die Canalisation von Berlin, 1884
Napoleon Bonapartes Verstaatlichungsdekret der Aachener und Burtscheider Quellen, 1811
Abhandlung von Lehne, Das Sironabad bei Nierstein und seine Mineralquellen, 1827
Archäologische Berichte von Jakob Heierli zur Quellfassung von St. Moritz, 1907
Radiokarbon- und dendrochronologische Datierung, Archäologischer Dienst Graubünden
Jacobus Theodorus (Tabernaemontanus), Neuw Wasserschatz, 1581
Wasseranalyse von Conrad Redeker, Bielefeld, 1666
Stadt Offenbach am Main, Dokumentation zur Kaiser-Friedrich-Quelle