Ein Menü bestellen, essen – und beim Bezahlen feststellen, dass der Kaffee mehr kostet als das ganze Essen zu Beginn. Genau das war 1923 in Deutschland Alltag.
Auf dem Höhepunkt der Hyperinflation kostete ein US-Dollar 4,2 Billionen Mark. Ein Ei in Berlin: 320 Milliarden Mark. Ein Laib Brot, der vor dem Ersten Weltkrieg 29 Pfennige gekostet hatte, war für Hunderte von Milliarden zu haben – wenn man das Geld überhaupt noch rechtzeitig ausgeben konnte. Arbeiter wurden zweimal täglich bezahlt, damit sie in der Mittagspause losrennen und kaufen konnten, bevor ihr Lohn am Nachmittag schon wieder weniger wert war.
Dieses Video erklärt, wie es so weit kommen konnte: von der Abkopplung der Mark vom Gold im August 1914, über die Kriegsschulden und den verlorenen Krieg, bis zum entscheidenden Funken – der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische Truppen im Januar 1923 und dem daraus folgenden Drucken von Geld in gewaltigen Mengen.
Aber die vielleicht wichtigste Frage lautet: Wer verlor bei dieser Katastrophe alles – und wer machte dabei das Geschäft seines Lebens? Die Hyperinflation von 1923 war nicht für alle ein Albtraum. Für manche war sie eine einmalige Chance.
