31. August 2026

allianz-erde.org

Medien- und Radioteam

Solaranlagen in Flammen: Brände auf Wohnhäusern verdreifacht in drei Jahren

 

Ein britischer Industrieversicherer schlägt Alarm: Zwischen 2022 und 2025 ist die Zahl der gemeldeten Brände an Solaranlagen in Großbritannien um 133 Prozent gestiegen.

Besonders betroffen sind Photovoltaik-Module auf Wohnhäusern – und Batteriespeicher, vor denen die Versicherer ausdrücklich warnen.

Die Daten stammen laut Medienberichten vom Versicherer QBE. Demnach registrierte man 2025 insgesamt 212 Brände – mehr als doppelt so viele wie noch 2022.

Mehr Anlagen – aber noch schneller mehr Feuer

Das Naheliegende wäre: Mehr Module, mehr Zwischenfälle. Tatsächlich wuchs der britische Bestand von 1,27 Millionen Anlagen (2022) auf 1,94 Millionen (2025). Doch QBE betont, dass die Brandzahlen schneller kletterten als der Anlagenbestand.

Auffällig ist die Verteilung: 102 der Brände entfielen 2025 auf Wohngebäude. Und gerade Dachanlagen sind heikel, weil das Feuer aufs Gebäude überspringen kann. 2022 geschah das in 33 Fällen – 2025 bereits in 88. Fast eine Verdreifachung in drei Jahren.

In Solarparks dagegen ging die Zahl leicht zurück, von 16 Bränden 2024 auf 14 im Jahr 2025. Das Problem sitzt offenbar dort, wo Laien, Handwerker und Hausbesitzer improvisieren – nicht in professionell überwachten Großanlagen.

Kabel, Stecker, Speicher: Wo es zündet

Als Auslöser nennt der Bericht für 2025:

49 Fälle: Kabel und Steckverbindungen
36 Fälle: die Solarmodule selbst
23 Fälle: Batteriespeicher

Vor letzteren warnt QBE besonders. Speicher würden zunehmend serienmäßig verbaut, könnten sich selbst erhitzen und Brände auslösen, die schneller verliefen und schwerer zu löschen seien als andere.

Hinzu kommt ein Problem, das jede Feuerwehr kennt: Photovoltaik steht auch nach dem Abschalten noch unter Spannung. Einsatzkräfte müssen deshalb Sicherheitsabstände von einem bis fünf Metern einhalten. Im Brandfall können zudem gefährliche Gase entstehen.

Und was heißt das für Deutschland?

Deutschland ist beim Zubau um Klassen weiter – und damit auch beim möglichen Risiko. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren zum Jahresende 2025 hierzulande knapp 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen installiert.

Branchendaten zufolge kommen rund 2,3 bis 2,4 Millionen Batteriespeicher hinzu, ganz überwiegend in privaten Kellern und Hauswirtschaftsräumen.

Statistisch bleibt das Brandrisiko einer einzelnen Anlage gering; Fachportale beziffern es auf deutlich unter 0,01 Prozent. Genau das ist aber nur die halbe Wahrheit:

Wenn Millionen Anlagen dazukommen, wächst die absolute Zahl der Einsätze – und mit ihr die Belastung für Feuerwehren, die im Ernstfall oft nur kontrolliert abbrennen lassen können.

Politik verordnet, Bürger tragen das Risiko

Aus Sicht unserer Redaktion liegt hier der wunde Punkt. Mehrere Bundesländer haben Solarpflichten für Neubauten und Dachsanierungen erlassen, die EU-Gebäuderichtlinie schreibt den Ausbau schrittweise weiter fort.

Wer verpflichtet wird, fragt selten nach Qualität – er nimmt, was schnell und billig verfügbar ist.

Ein Windrad im bayerischen Kitzingen brannte im Frühjahr, weil das Feuer schlicht zu hoch hing, blieb die Feuerwehr zum Zuschauen verdammt.

In Griechenland sollen Waldbrände durch Funken an einem Stromkabel entstanden sein, das Windstrom ins Netz transportierte.

Die Botschaft ist nicht: Solar ist Teufelszeug.

Sie lautet: Wer eine Technologie per Gesetz in Millionen Haushalte drückt, trägt auch Verantwortung für Normen, Kontrollen und Handwerksqualität. Politischer Eifer ersetzt keine Elektroprüfung.

 

 

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