Im Frühjahr 1908 trieb ein Brunnenbauer namens Johann Radermacher auf einem Feld oberhalb von Mechernich in der Eifel einen Schacht in den Boden — und stieß vier Meter tief, unter ungestörten Erdschichten, auf einen geschliffenen Marmorboden. Poliert, Kante an Kante gefügt, ohne Mörtel und ohne eine einzige Werkzeugspur. Marmor, den es unter der Eifel gar nicht gibt.
Die Preußische Geologische Landesanstalt schickte einen Geologen. Er maß, notierte, beantragte, den Schacht zu erweitern — und dann endet die Akte im selben Monat, in dem sie begann. Keine Platten, keine Proben, ein leeres Feld im Katalog. Doch es gibt eine zweite Aufzeichnung: die Überlieferung der Eifeler Familien um Mechernich und Kall, die dasselbe Feld, dieselben Jahre und dieselbe Freilegung erinnern — und sagen, der Boden sei mit Absicht wieder vergraben worden.
Diese Dokumentation legt beide Aufzeichnungen nebeneinander — die amtliche Akte und die mündliche Erinnerung — und zeigt den Einwand der Skeptiker in seiner stärksten Form. Ein Ergebnis wird nicht behauptet. Was auf dem Marmor lag, das eine staatliche Vermessung nicht fotografieren wollte, bleibt offen.
