24. August 2026

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Medien- und Radioteam

Nächster prominenter Abgang aus den Covid-Kreisen – „Er fühle sich jetzt Unwohl“: Jeremy Farrar tritt bei der WHO ab

 

Nur wenige Tage, nachdem im Umfeld des früheren US-Corona-Beraters Anthony Fauci ein bemerkenswertes Schuldbekenntnis bekannt wurde, sorgt ein weiterer prominenter Name aus der Covid-Ära für Schlagzeilen: Sir Jeremy Farrar verlässt die Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Wie der britische Telegraph exklusiv berichtet, tritt der einflussreiche britische Wissenschaftler von seinem Posten bei der WHO zurück. Farrar, der während der Pandemie die britische Regierung beriet und später zum WHO-Chefwissenschaftler aufstieg, soll nach Angaben der Zeitung zunehmend frustriert über interne Politik und Bürokratie der Organisation gewesen sein. Zuletzt war er zudem an der Umsetzung drastischer Stellenkürzungen beteiligt.

Zwar ist nicht klar, was den Anstoß zu seinem Rücktritt gegeben hat, doch berichteten Kollegen gegenüber „The Telegraph“, er habe sich innerhalb der Organisation schon seit einiger Zeit unwohl gefühlt

Die WHO präsentiert den Vorgang allerdings anders: Farrar erreiche das vorgeschriebene Rentenalter und scheide deshalb Ende September aus. Diese Darstellung wurde gegenüber anderen Medien ausdrücklich als Korrektur der Telegraph-Berichterstattung verbreitet.

Damit stehen zwei bemerkenswert unterschiedliche Erzählungen im Raum: Hier der Telegraph, der von einem Rücktritt und wachsender Frustration berichtet – dort die WHO, die einen regulären Eintritt in den Ruhestand beschreibt.

Farrar war eine Schlüsselfigur der frühen Covid-Ursprungsdebatte

Brisant wird der Abgang vor allem durch Farrars Rolle zu Beginn der Pandemie. Er gehörte zu jener kleinen Gruppe hochrangiger Wissenschaftler, die Anfang Februar 2020 mit Anthony Fauci und anderen Experten über die mögliche Herkunft von SARS-CoV-2 diskutierten.

Farrar organisierte nachweislich die entscheidende Telefonkonferenz vom 1. Februar 2020, bei der Wissenschaftler ihre damaligen Bedenken hinsichtlich eines möglichen Laborursprungs diskutierten. Später entstand daraus die einflussreiche Veröffentlichung „The Proximal Origin of SARS-CoV-2“, die argumentierte, SARS-CoV-2 sei kein absichtlich konstruiertes Virus und ein Laborszenario für unwahrscheinlich hielt. Kongressunterlagen zeigen, dass Farrar hinter den Kulissen erheblich an den Diskussionen beteiligt war, obwohl er nicht als Autor des Papers erschien.

Gerade diese Vorgänge wurden später kontrovers diskutiert, nachdem E-Mails zeigten, dass einige beteiligte Wissenschaftler anfangs deutlich größere Zweifel an einem natürlichen Ursprung hatten, als die spätere öffentliche Debatte vermuten ließ.

Farrar selbst änderte seine Position allerdings nicht einfach in Richtung eines kategorischen Ausschlusses: Noch als WHO-Chefwissenschaftler erklärte er 2023, die geografische Nähe zum Wuhan Institute of Virology könne nicht ignoriert werden, und unterstützte weitere Untersuchungen in China.

Zufälliges Timing – oder beginnt sich etwas zu bewegen?

Dass Farrar gerade jetzt die WHO verlässt, beweist für sich genommen überhaupt keinen Zusammenhang mit der amerikanischen Covid-Aufarbeitung. Es gibt derzeit keinen belastbaren Beleg dafür, dass gegen ihn strafrechtlich ermittelt wird oder sein Abgang mit den Vorgängen um Fauci, EcoHealth Alliance oder David Morens zusammenhängt.

Doch politisch ist das Timing bemerkenswert: Einer der prominentesten Wissenschaftler der frühen Covid-Ursprungsdebatte verlässt eine der mächtigsten Gesundheitsorganisationen der Welt – während in Washington erneut untersucht wird, was Anfang 2020 hinter verschlossenen Türen tatsächlich über einen möglichen Laborursprung diskutiert wurde.

Ob Farrar schlicht in den „Ruhestand“ geht, wie die WHO behauptet, oder ob hinter seinem Abgang tatsächlich jene „interne Frustration“ steckt, von der der Telegraph berichtet, dürfte deshalb noch für Diskussionen sorgen.

Fest steht: Mit Jeremy Farrar verlässt eine der zentralen Figuren der internationalen Covid-Ära die WHO. Und nach den Enthüllungen der vergangenen Jahre werden Beobachter sehr genau darauf achten, wer als Nächstes geht – und was dabei noch ans Licht kommt.