Es gab eine Zeit, da war das Tal der Wupper das reichste Fleckchen Preußens. Elberfeld und Barmen — die Städte, aus denen später Wuppertal wurde — waren die Textilhauptstadt des Kontinents: Hier rauchten hunderte Fabrikschornsteine, hier wurde der Bayer-Konzern gegründet, und in einem Labor in Elberfeld erfand ein Chemiker das Aspirin — und kurz darauf, als Hustenmittel gedacht, das Heroin. Der Reichtum war so groß, dass sich die Stadt eine Bahn baute, wie es sie nirgendwo sonst auf der Welt gab: die Schwebebahn, die bis heute über dem Fluss hängt. Doch während die Bahn blieb, verschwand alles andere — die Textilindustrie starb, die Konzerne zogen fort, und aus der reichsten Stadt Preußens wurde eine der verschuldetsten Städte Deutschlands. Dies ist die Geschichte von Wuppertal: von Glanz, Absturz und einer Bahn, die als Einzige noch vom alten Reichtum erzählt.
